was kostet architektur? PDF Drucken E-Mail

Architektur klingt auch erstmal sehr teuer. Aber was tut ein Architekt eigentlich? So banal wie zentral: Alles, woran Sie als Laie gerade nicht denken. Und das ist mehr, als Sie denken.

Die Frage, was Architektur kostet, verstellt eigentlich die Frage, wozu Architektur eigentlich gut ist.

Und erst, wenn man weiß, was sie leistet, kann man entscheiden, was man davon weglassen möchte oder selbst erledigen.

 

Architektur beginnt im Hauskonzept, das möglichst flexibel immer genauer auf Sie zugeschnitten wird, mehrere Schritte der Kostenschätzung und dauernde Zeit- und Kostenkontrolle während des Baus, die Koordination von 10 – 20 Firmen und Fachleuten, die Qualitätskontrolle, Endabnahme, Endabrechnung, und die Durchsetzung Ihrer Interessen bei Fehlern oder Mängeln, bis 5 Jahre nach Bau.

 

Für diese ganze Betreuung weit vor der Bauzeit und bis lange nach dem Bau erhält er etwa 10 - 15% der Bausumme.

Wer jetzt errechnet hat, die leichteste Einsparung an einem Haus sei die des Architekten, kann und sollte das tun. Liegt aber falsch.

Die 10 – 15% Planung treten sowieso auf, ob Sie ein Auto entwickeln wollen, ein Handy oder ein Haus.

Wenn Sie sich den Architekten sparen, zahlen Sie den gleichen Betrag, nur an die Handwerker: entweder, weil die unseriös sind, oder weil sich seriöse Firmen so auch vor unseriösen Bauherren absichern. Denn für beide Seiten, Bauherr und Baufirmen, garantiert ein Architekt vertragsgerechte Zahlungen und Ausführungen, auf die sich beide Seiten verlassen können.

Architektur kostet also nicht – Planung und Kontrolle brauchen Sie sowieso, und Architektur ist die Qualität des Hauses, die Sie von einem guten Architekten automatisch bekommen.

Wenn Sie wirklich an Ihrem Haus sparen wollen, sparen Sie mit dem Wissen des Architekten, aber nicht am Architekten.

Ganz wichtig zu Baukosten und Baukosten sparen ist – für Bauherren vielleicht erstmal überraschend – die juristische Stellung des Planers zum Bauherren oder zu den Baufirmen:

  • Ein Architekt vertritt die Interessen des Bauherren gegen die Baufirmen.
  • Ein Bauträger vertritt die Gesamtheit der Firmen gegen den Bauherren.

Der Bauträger kann ausgebildeter Architekt sein, entscheidend ist aber immer die vertragliche Rolle, die er spielt, wessen Interessen er also Ihnen gegenüber vertritt – Ihre oder die der Firmen. So werben manche Bauträger mit "Architektenhäusern" oder sogar mit Architektenverträgen, sind aber wirtschaftlich mit den Baufirmen verbunden. Das ist durch Architektenrecht verboten und sollten Sie melden, z.B. der Architektenkammer.

float: left; border: 0;

/a